Blasenentzündung in den Wechseljahren

Cystinol - Ratgeber

Grund­sätzlich kann eine Blasen­entzündung jeden treffen, doch aufgrund ihrer Anatomie sind Frauen wesent­lich häufiger betroffen, als Männer. Das liegt daran, weil ihre Harn­röhre kürzer ist und dadurch näher an der Blase liegt. Bakterien haben so leichteres Spiel, schneller in die Harn­wege zu gelangen und eine Entzündung auszulösen. Kommen Frauen in die Wechsel­jahre, kann sich das Risiko auf eine Blasen­entzündung noch zusätzlich erhöhen.

© Schaper_Bruemmer

Bei vielen Frauen macht sich der Eintritt in die Wechsel­jahre durch Ver­änderungen im Urogenital­trakt, zu dem die Geschlechts­organe, die Nieren, die Harn­blase und die ableitenden Harn­wege gehören, bemerkbar. Die Haupt­ursache dafür liegt in der abnehmenden Östrogen­produktion und dem dadurch sinkenden Östrogen­spiegel. Durch den Mangel an dem weiblichen Hormon werden die Schleim­häute nicht mehr optimal durchblutet. Sie trocknen aus, verlieren ihre Elastizität, wodurch sich ein­gedrungene Bakterien leichter in der Harn­blase fest­setzen und vermehren können.

Ein weiterer Grund ist das veränderte „Mikroklima“ im Intim­bereich. Durch die fehlenden Östrogene verändert sich der pH-Wert, das Milieu wird weniger sauer und der natürliche Säureschutz­mantel der Scheide, Blase und Harnröhre wird gestört. Es siedeln sich weniger Lakto­bazillen an, wodurch beispielweise Keime aus der Anal­region eher bis zur Harn­röhre vordringen können. In etwa 80 Prozent der Fälle sind die eigenen Darm­bakterien Auslöser einer Blasen­infektion.

Eine Blasenentzündung ist nicht nur schmerz­haft, sie kann die Lebensqualität von Frauen in den Wechsel­jahren auch stark be­einträchtigen. Doch das muss nicht so sein. Es gibt viele vor­beugende Maßnahmen, die betroffene Frauen zunächst aus­schöpfen können. Wichtig ist dabei vor allem, pro Tag mindestens anderthalb bis zwei Liter zu trinken. Wasser, Tee und Saftschorlen sind dabei die idealen Getränke zum Durch­spülen der Blase. Auch die richtige Garderobe hilft, einer Blasen­entzündung vorzubeugen. Warme Kleidung, möglichst aus natürlichen Materialien, schützt vor Unter­kühlung und vor einer Ansiedlung von Bakterien.

Wer bei akutem Harndrang möglichst umgehend zur Toilette geht, verringert das Infektions­risiko ebenfalls. Denn: Wird der Urin über einen längeren Zeitraum in der Blase zurück­gehalten, können sich eingedrungen Keime schneller vermehren. Auch die richtige Analhygiene ist wichtig. Sorgfältiges Säubern mit Toiletten­papier von vorne nach hinten verhindert, dass sich die ungeliebten Darmbakterien ausbreiten können.

Bei der Intim­hygiene ist weniger mehr! Waschen mit zu scharfen Seifen oder Wasch­lotionen mit falschem pH-Wert kann die em­pfindliche Intimflora zerstören und Keimen so das Eindringen in die Blase erleichtern. Daher sollte für die Reinigung viel Wasser und milde Seifen mit hautneutralem pH-Wert verwendet werden. Da Intimsprays oft den Säureschutzmantel angreifen und so eine Infektion begünstigen, sollte auf sie am besten ganz verzichtet werden. Auch wenn es etwas un­romantisch ist, aber wer nach dem Geschlechts­verkehr innerhalb von 15 Minuten zur Toilette geht, spült so eingedrungene Keime rasch wieder aus.

Um die Symptome einer Blasen­entzündung zu lindern, können auch pflanzliche Präparate sehr hilfreich sein. So beschleunigen bestimmte Arznei­pflanzen, Kräuter und Beeren beispiels­weise die Heilung oder beugen sogar einer erneuten Entzündung vor. Zu den gängigsten Präparaten zählen Bärentraubenblätter und Goldrute.

Grundsätzlich gilt: Ein starkes Immun­system und eine gesunde Lebensweise beugen Infektions­krankheiten vor. Die Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkorn­produkten, Salat sowie Fischmahlzeiten und regelmäßiger moderater Ausdauer­sport tragen zu einer gestärkten Abwehr bei.